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Ein Fakt ist unstreitig: Makedonen waren keine Griechen


Die nicht endende und meist verdrehte Diskussion, ob die Makedonen nun Griechen waren oder nicht, wollen wir hier erneut starten. Eigentlich, wollen wir nur das wiederholen und unterstreichen was Fakt und Unstreitig ist - Die Makedonen waren keine Griechen!

Genau dies sind auch die Worte von Sarah B. Pomeroy, eine US-amerikanische Klassische Philologin und Althistorikerin, so in ihrem Werk "Ancient Greece: A Political, Social, and Cultural History" (Antikes Griechenland: Eine politische, soziale und kulturelle Geschichte).

Aber zuerst über die Autorin:

Wer ist Sarah B. Pomeroy?


Sarah B. Pomeroy, geboren am März 1938 in New York City, ist eine US-amerikanische Klassische Philologin und Althistorikerin.

Pomeroy promovierte 1978, sie war Distinguished Professor of Classics am Hunter College der City University of New York, anschließend am Brooklyn College, am Vassar College und an der Columbia University. 2004 wurde sie emeritiert. 

Sie ist vor allem im englischsprachigen Raum durch ihre Veröffentlichungen zur Kulturgeschichte der Antike, vor allem zur Geschichte der Frauen, bekannt. 

Außerdem ist sie als Übersetzerin und Kommentatorin (beispielsweise zu Xenophons Oekonomikos) bekannt. Ihr bedeutendstes Werk ist Goddesses, Whores, Wives and Slaves. Woman in Classical Antiquity (1975, seitdem mehr als zehn Neuauflagen). Mit dem Buch wurde sie zur Wegbereiterin der in den 1970er Jahren einsetzenden und auch die Altertumswissenschaften erreichenden Gender Studies in den USA und damit weltweit. 2014 wurde sie in die American Philosophical Society gewählt.
Quelle: Wikipedia


Ancient Greece: A Political, Social, and Cultural History



Sehr eindeutig wird es in "Ancient Greece: A Political, Social, and Cultural History" auf Seite 373. Dort zählt Pomeroy die wichtigsten Merkmale auf, welche eine deutliche Differenzierung zwischen den Makedonen und den Griechen darstellt.

Als ein erster wichtiger Aspekt zur Differenzierung ist für Pomeroy die alte Makedonische Sprache, die, wie wir wissen, nicht von den antiken Griechen verstanden wurde. Viel weiter noch, Pomeroy zeigt das Dilemma auf, im welchem sich Sprachwissenschaftler und Historiker befinden. Denn, vom Makedonischen ist (bis heute) keine schriftliche Überlieferung bekannt, somit können laut Pomery: "Sprachwissenschaftler nicht einmal feststellen ob das Makedonische dem griechischem Verwandt ist, oder einer anderen Sprache."

Der wichtigste Punkt ist aber jener, welcher Pomeroy nach der Sprache als Argument der Differenzierung folgen lässt. Laut Pomeroy ist es Fakt und Indiskutabel, dass in der Antike weder die Makedonier noch die Griechen, die Makedonier als Griechen betrachteten!


So lesen wir auf Seite 373 (Ausschnitt), der englische Originallaut ist weiter unter zu finden:

Waren die Makedonier griechisch? Diese Frage ist das umstrittenste Thema in der mazedonischen Geschichtsschreibung. In der zeitgenössischen Balkanpolitik haben, widersprüchliche Ansprüche auf das Territorium des alten Makedonien, die Frage der "Griechischkeit" der alten Makedonier zu einem brennenden Thema gemacht. Moderne Nationalisten mögen sich ihrer Antworten sicher sein, aber es fehlen ausreichende Beweise, um die Frage auf die eine oder andere Weise zu regeln. Obwohl die Quellen klar sind, dass die Griechen das gesprochene "Makedonisch" nicht verstehen konnten, kein Text geschrieben auf Mazedonisch überlebte. Sprachwissenschaftler können nicht einmal feststellen, ob Makedonisch ein archaischer Dialekt des Griechischen oder einer anderen Sprache war. Ein Fakt ist jedoch unstreitig: In der Antike hielten weder Makedonier noch Griechen die Makedonier für griechisch. Griechen betrachteten die Makedonier als Barbaren wie ihre thrakischen und illyrischen Nachbarn. Eine Ausnahme wurde nur für die Mitglieder des regierenden Argeaden-Hauses gemacht, die behaupteten, die Nachkommen von Einwanderern aus Argos zu sein.

Desweiteren bringt Pomeroy Argumente vor, die Zeigen, dass die Kulturen der Griechen und Makedonen sich deutlich unterschieden haben, Beziehungsweise, sie hatten fast nichts gemeinsam wie die Autorin schreibt.

Und das trotz einer Hellenisierungs-Kampagne der makedonischen Könige. Die Makedonen liebten den Wein unverdünnt, während die Griechen ihn mit Wasser verdünnten. Ebenso betrieben die Makedonen "Vielweiberei", wohingegen die Griechen Treue Ehemänner waren und nur eine Frau ehelichten.

So lesen wir weiter auf Seite 373:

Wichtiger: Obwohl die makedonischen Könige die Hellenisierung des makedonischen Adels förderten, hatten die makedonische und die griechische Kultur wenig gemeinsam. Während die meisten Menschen in Griechenland von der Landwirtschaft lebten, waren die Städte immer noch der Kern dessen, was die griechische Zivilisation am deutlichsten auszeichnete. Das Stadtleben in Makedonien beschränkte sich dagegen auf einige griechische Kolonien an den Küsten am Golf von Therma. Die wenigen großen Siedlungen im Inneren von Makedonien wie Aigai und Pella waren Dynastiezentren ohne bürgerliche Einrichtungen. Die überwiegende Mehrheit der Makedonier waren Kleinbauern oder semi-nomadische Hirten, die in verstreuten Dörfern lebten und ihren makedonischen Aristokraten ihre Primatspflicht schuldeten. Andere Unterschiede trennten diese beiden Kulturen auch. Die makedonische Elite beispielsweise war polygam, während die Griechen monogam waren. Die Makedonier liebten den ungemischten Wein und ihre Vorliebe für die Tumulusbestattung statt der einfachen Einäscherung oder Bestattung waren andere, wenn auch weniger bemerkenswerte Unterschiede






Englischer Auszug:

Were the Macedonians Greek? This question is the most contentious issue in Macedonian historiography. In contemporary Balkan politics, conflicting claims, to the territory of ancient Macedonia have made the question of the "Greekness" of the ancient Macedonians a burning issue. Modern nationalists may be confident of their answers, but sufficient evidence to settle the issue one way or another is lacking. Thus, although the sources are clear that Greeks could not understand spoken "Macedonian", no texts written in Macedonian survive. Linguists cannot even determine whether Macedonian was an archaic dialect of Greek or another language altogether. Nevertheless, one fact is undisputed: in antiquity neither Macedonians nor Greeks considered the Macedonians too be Greek. Greeks viewed the Macedonians as barbarians like their Thracian and Illyrian neighbors. An exception was made only for the members of the ruling Argead house, who claimed to be the descendants of immigrants from Argos.

More important, although Macedonian kings encouraged the Hellenization of the Macedonian nobility, Macedonian and Greek culture had little in common. While most people in Greece lived by agriculture, still the cities were the core of waht was most distinctive on Greek civilization. City life in Macedonia, on the other hand, was limited to a few Greek colonies on the coasts on the Gulf of Therma. The few large settlements in the interior of Macedon, such as Aegae and Pella, were dynastic centers without civic institutions. The vast majority of Macedonians were small farmers or seminomadic pastoralists, who lived in scattered villages and owed their primery allegiance to Macedonian aristocrats. Other distinctions divided the two cultures as well. The Macedonian elite, for example, was polygamous, whereas the Greeks were monogamous. The Macedonians love of unmixed wine and their preference for tumulus burial instead of simple cremation or interment were other significant if less remarkable differences.



LITERATUR: Ancient Greece: A Political, Social, and Cultural History, Sarah B. Pomeroy, Dintinguished Professor of Classics Sarah B Pomeroy, Stanley M. Burstein, Professor of Classics Emeritus (Deceased) Walter Donlan, Walter Donlan, Jennifer Tolbert Roberts, Professor of Classics and History Jennifer Tolbert Roberts - GOOGLE BOOKS LINK

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