Weder bulgarisch noch serbisch, ganz einfach Makedonisch - Rudolph Reiss 1918




"Meiner Meinung nach, kann das Makedonische weder Bulgarisch noch Serbisch sein, sondern ganz einfach Makedonisch." waren die Worte von Rudolph Archibald Reiss.



Wer war Rudolph Archibald Reiss? (Wiki)

Dr. Archibald Rudolph Reiss (* 8. Juli 1875 in Hechtsberg, Hausach, Deutschland; † 7. August 1929 in Belgrad, Königreich Jugoslawien) war Forensik-Pionier, Publizist, Chemiker und Professor an der Universität Lausanne (Schweiz).
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Auf Einladung der serbischen Regierung untersuchte und dokumentierte er 1915 österreich-ungarische Kriegsverbrechen in Serbien während des Ersten Weltkriegs und publizierte die Berichte in europäischen Zeitungen.
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Nach seinem Tod wurde sein Leichnam auf dem Friedhof von Topčider in Belgrad bestattet. Dort befindet sich auch ein ihm zu Ehren errichtetes Denkmal. Sein Herz hingegen wurde auf eigenen Wunsch auf dem Berggipfel Kajmakčalan an der mazedonisch-griechischen Grenze begraben.

Weder bulgarisch noch serbisch, ganz einfach makedonisch

So überachte Reiss eine Meinung von ihm persönlich in seinem Werk aus dem Jahr 1918, welches die Situation der Makedonier und Muslimen in den von den Griechen eroberten Gebieten in Makedonien beschreibt. Griechenland besetzte 1913 das südliche Makedonien, auch Ägäis Makedonien genannt.

Auszug aus "Sur la situation des Macedonianes et des musulmans dans les nouvelles provinces grecques" von 1918 (französisch), Seite 6.


"Ich sagte, ich würde sie bulgarophone Makedonier nennen. Sie aber nennen diese Leute Bulgarophone, wegen ihrer Sprache, die bulgarisch ist. Aber ist es denn Bulgarisch, die Sprache wie in Sofia gesprochen? Nein. Makedonisch ist dem Serbisch genauso ähnlich wie dem Bulgarischem. Ich bin kein Linguist und ich würde mir kein persönliches Urteil erlauben, aber uninteressierte Balkanologen haben mir gegenüber behauptet, dass Makedonisch serbischer als Bulgarisch ist. Es ist möglich, dass es Linguisten gibt, die das Gegenteil behaupten. Aber es ist eine Tatsache, dass die makedonische Sprache weder in Sofia noch in Belgrad gesprochen wird, sondern eine individuelle slawische Sprache ist, genauso wie wir die Rätoromanen in der Schweiz haben, gesprochen in Graubünden, neben Italienisch. Meiner Meinung nach, kann das Makedonische weder Bulgarisch noch Serbisch sein, sondern ganz einfach Makedonisch."


Literatur:  Sur la situation des Macedonianes et des musulmans dans les nouvelles provinces grecques, Seite 6.

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