Anekdote von J.F. Lazenby aus seiner Makedonien Reise - 1968

In einem Review von J. F. Lazenby, Professor für Emeritus der alten Geschichte an der Universität von Newcastle-upon-Tyne, finden wir eine interessante Anekdote von ihm. Er vergleicht "einen großen" Lastwagenfahrer in Mazedonien, mit einem Lanzenträger aus Alexanders Armee.


J. F. Lazenby ist wie erwähnt Professor für Emeritus der alten Geschichte an der Universität von Newcastle-upon-Tyne, er lebt auch in Newcastle. Er schrieb auch das bekannte Hannibals Krieg (978-0-8061-3004-0).

So lesen wir von ihm eine interessante Story, als er 1968 in Mazedonien war:


1968 fuhr ich mit meiner Frau durch Jugoslawien nach Griechenland. Nach den Schrecken des "Autoput" zwischen Zagreb und Belgrad gelangten wir schließlich in das herrlichste Bergland, vor allem südlich von Skopje, und obwohl wir noch weit vom modernen Griechenland entfernt waren, fällt mir ein, dass plötzlich ein Moment gekommen ist. Ich dachte, wir wären schon in der jugoslawischen Provinz Makedonien. Im Vergleich zu den kleinen alten Staaten Süd- und Zentralgriechenlands war dies eine lebhafte Erinnerung an die schiere Größe des alten Makedonien.

Ein Stück nördlich der griechischen Grenze bogen wir in einen Rastplatz ein, und kurz darauf hielt auch ein Lastwagen an. Der Fahrer stieg mit einer großen Wassermelone aus, ging hinüber, wo wir angehalten wurden, und bat um ein Messer. Ich reichte ihm ein Messer, und er schnitt seine Melone in zwei Hälften und reichte uns eines der Stücke. Erst als er zu seinem Fahrzeug zurückgegangen war, fiel uns auf, dass er der größte Mann war, den wir gesehen hatten, seit wir England verlassen hatten. Wieder erinnere ich mich, und Denke an den achtzehn Meter langen makedonischen Lanzen, dass, wenn dies typisch für Alexanders Makedonier wäre, es kein Wunder war, dass sie die Griechen in Angst versetzten und bis nach Indien gelangten.


Englischer Originallaut:

In 1968 I drove out to Greece with my wife, through Yugoslavia. After the horrors of the ‘autoput’ between Zagreb and Belgrade, we eventually got into the most glorious mountain country, especially south of Skopje, and although we were still a long way from modern Greece, I remember that there came a moment when I suddenly thought that we were already in the Yugoslav province of Macedonia. This to one long accustomed to the small scale of the ancient states of southern and central Greece, was a vivid reminder of the sheer size of ancient Macedonia, in comparison. 

Some way north of the Greek border, we pulled into a lay-by, and shortly afterwards, a lorry also pulled in. Its driver got out with a large watermelon, and walking over to where we were stopped, asked for a knife. I handed him one, and he proceeded solemnly to cut his melon in half, handing us one of the pieces. It was not until he had walked back to his cab that it occurred to us that he was the biggest man we had seen since we had left England. Again, I remember thinking - with memories of the eighteen-foot Macedonian pike, no doubt - that if this was typical of Alexander’s Macedonians, it was no wonder that they terrified the Greeks and got as far as India.


Literatur: J.F. Lazenby, Review Article: ‘Macedonia and the Coming of Rome,’ The International History Review, XIII, 3, August 1991, Seite 522 - ISTOR LINK

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