Am heutigen Tag: Mazedonien beginnt Befreiungskampf gegen faschistische Besatzer


Die Republik Mazedonien markiert am heutigen Donnerstag den 77. Jahrestag seit Beginn des antifaschistischen Aufstands und des Nationalen Befreiungskampfes. Am 11. Oktober 1941 "feuerte man die erste Kugel ab", als in Prilep der Aufstand gegen die faschistischen Besatzer zum ersten mal Aufkeimte. Mazedonien wurde damals unter Führung Hitlerdeutschlands von Bulgarien und Italien besetzt. Letztere fanden in albanische Faschisten Verbündete welche Mussolini in Westmazedonien einsetzte.

Besetzt von Deutschland, Bulgarien, Italien und Albanien


Deutsche Besatzungstruppen rückten am Nachmittag des 7. April in Skopje ein, einen Tag nach dem Überfall auf das Königreich Jugoslawien. Später, nach der Kapitulation, wurde in Wien ein Vertrag zur Aufteilung der Territorien des damaligen Jugoslawiens geschlossen. Mazedonien wurde einmal mehr aufgeteilt: Bulgarien bekam den größeren Teil von Vardar- und Ägäisch-Makedonien, Italien rückte in die Städte Tetovo, Gostivar, Kičevo, Debar und Struga ein, wo es fortan mit Hilfe albanischer Kollaborationsbehörden gewaltsam herrschte. 

Der Weg des mazedonischen Kampfs war lang, von vielen Leiden und Opfern begleitet. Sofort nach der Okkupation begannen organisierte Freiheitsbemühungen, und die ersten Schüsse ertönten am 11. Oktober in Prilep bei einem Überfall auf einen bulgarischen Polizeiposten. 

Einmarsch italienischer Truppen in Kičevo. April 1941

Am nächsten Tag folgte ein Gefecht zwischen einer Partisaneneinheit aus Kumanovo und Besatzungstruppen. Je mehr Zeit verging, desto organisierter und massiver wurde der Widerstand der Mazedonier. Die bulgarischen Besatzungstruppen, die die gesamte Verwaltung in Mazedonien übernommen und erwartet hatten das Volk würde sie mit offenen Armen empfangen, waren vom Widerstand überrascht und begegneten ihm mit starken Repressionen und Gewalt. 

Laut Dokumenten aus bulgarischen Archiven verhafteten sie allein im Jahr 1941 exakt 1.537 Personen. Viele von ihnen internierten sie in Lagern in Bulgarien, 134 Kommunisten kamen vor Gericht, 38 wurden zum Tod verurteilt. Dies sind aber nur offiziell dokumentierte Zahlen, die Dunkelziffer der ermordeten Mazedonier dürfte durchaus weit höher einzuschätzen sein.

Prilep - Die Stadt der Helden


Das mazedonische Volk reagierte auf die faschistische Besatzung mit der Organisation eines Aufstandes. Zu dieser Zeit wurden die ersten Sabotageeinheiten in Kumanovo und Prilep geschaffen, deren Operationen am 11. Oktober 1941 begannen und den Beginn des mazedonischen Volksaufstandes markieren. In Prilep begann der Kampf des mazedonischen Volkes, deshalb wird die Stadt im mazedonischen Volksmund auch als "Stadt der Helden" bezeichnet.

Bulgarische Soldaten posieren über erschossene Mazedonier - Prilep 1941


Im Laufe des Jahres 1942 war auch die Partisanenbewegung im Aufschwung. Neun Abteilungen wurden in ganz Mazedonien gegründet.

Im Winter und im Frühjahr 1944 nahm die mazedonische Armee wichtige Militäroperationen (Februar-März, Frühjahrsoffensive) auf, die dem bulgarischen Besatzer enorme Schäden zufügten.

Das Netzwerk der Regierungsorgane in Mazedonien wurde im Laufe des Jahres 1944 verbreitet, über 800 an der Zahl. Die Vorbereitungen für die Einberufung der Nationalen Befreiungsfront der antifaschistischen Nationalversammlung Mazedonien (ASNOM) wurden vom Generalstab und vom Initiativrat getroffen.

Slivovo, 1943, Albanische Faschisten brennen mazedonische Häuser nieder

So zählte die Nationale Befreiungsarmee Mazedoniens am Ende des Krieges über 56.000 Soldaten mit etwa 25.000 Opfern in diesem nördlichen Teil Mazedoniens, die heutige Republik Mazedonien.

Die Befreiung Mazedoniens durch eigene Kräfte war eine herausragende militärische und politische Errungenschaft des mazedonischen Volkes und gleichzeitig ein bedeutender Beitrag eines kleinen Volkes zum antifaschistischen Kampf auf dem Balkan und in Europa.

Der 11. Oktober ist in Mazedonien staatlicher Feiertag.

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