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Diodorus Siculus - Makedonen vs Griechen

 Zum wiederholten male werden wir einen Ausschnitt aus den Werken von dem antiken griechischen Geschichtsschreiber Diodorus Siculus zitieren. 

In einem früheren Beitrag hatten wir davon geschrieben, wie Diodorus Makedonier nach "Rasse" von den Griechen trennt.


Das heutige Beispiel reiht sich nahtlos in dieser Sichtweise von Diodorus ein. Zudem, stammen die folgenden Zitate aus dem gleichen Werk und dem gleichen Buch wie das oben erwähnte Beispiel.

Kurzinfo:

Diodorus Siculus war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber, der im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Über sein Leben ist fast nichts bekannt.

Er stammte aus Agyrion auf Sizilien und hat sich längere Zeit in Rom sowie in Ägypten (in der Zeit der 180. Olympiade, also im Zeitraum 60/59 bis 57/56 v. Chr.) aufgehalten.

Diodors auf Griechisch verfasstes Geschichtswerk trägt den Namen Diodori Siculi Bibliotheca historica und ist eine Universalgeschichte in 40 Büchern, von denen uns die Bücher 1–5 sowie 11–16 und 18–20 erhalten sind.

Es ist damit, soweit man weiß, das umfassendste Geschichtswerk, das von einem Griechen in der Antike verfasst wurde und uns zumindest in Teilen überliefert ist, und bildet zugleich den „Abschluss der hellenistischen Historiographie“.

Makedonen vs Griechen auf dem Schlachtfeld

Heute wird ja gern von den modernen Griechen behauptet, dass die antiken Makedonen eigentlich nichts anderes als Griechen gewesen sind. Die Historie dagegen, wie bei unserem Beispiel Seneca, bietet jedoch unzählige Hinterlassenschaften die solche Behauptungen eindeutig widersprechen und widerlegen.

Wie wir folgend sehen werden, aus einer Passage von Seneca aus seiner Historie, Buch 18 (Kapitel 17 und 18).

Dort differenziert er eindeutig Makedonen und Griechen, als er von einer Schlacht berichtet. Als Kraterus, der Antipatros zu Hilfe kam, die Griechen besiegte und den Lamischen Krieg beendete. Besonders eindeutig wird die Differenzierung im Abschnitt 17.4, als Seneca über die Opfer der Schlacht aus den beiden Lagern berichtet.

Unter der deutschen Übersetzung findet Ihr die "Originalübersetzung" ins englische, veröffentlicht in Band 9 der 1947er Ausgabe der Loeb Classical Library. Dort wird das Kapitel als "Wie Kraterus, der Antipatros zu Hilfe kam, die Griechen besiegte und den Lamischen Krieg beendete" untertitelt.



Zitat:

Die Griechen, die zu dieser Zeit gegen sie [die Makedonier] lagerten, waren zahlenmäßig weit unterlegen; denn viele von ihnen verachteten den Feind wegen ihres früheren Glücks und waren in ihre eigenen Städte gegangen, um sich um Angelegenheiten zu kümmern.

17.1 The Greeks who were encamped against them at this time were far inferior in numbers; for many of them, despising the enemy because of their former good fortune, had gone away to their own cities to  p61 look after their private affairs. 

Da aus diesem Grund viele Soldaten dem Dienst fernblieben, blieben im Lager nur 25.000 Fußsoldaten und 3500 Kavalleristen. Sie setzten ihre größte Hoffnung auf einen Sieg auf Letzteres, weil die Männer mutig waren und der Boden eben war.

17.2 Since many soldiers were absent from duty for this reason, there remained in camp only twenty-five thousand foot soldiers and thirty-five hundred cavalry. They placed their chief hope of victory in the latter, because the men were brave and the ground was level.

Schließlich begann Antipater, jeden Tag seine Streitkräfte aufzustellen und die Griechen zum Kampf herauszufordern. Diese warteten eine Zeit lang auf die Rückkehr ihrer Männer aus ihren Städten, aber da die Zeit drängte, waren sie gezwungen, herauszukommen und sich zu stellen. Sie stellten ihre Linien auf und platzierten die Kavallerie vor die Phalanx der Infanterie, da sie darauf bedacht waren, die Schlacht mit dieser Waffe zu entscheiden.

17.3 At last Antipater began to draw up his forces each day and challenge the Greeks to battle. For a while these waited for their men to return from their cities, but since time was pressing, they were forced to come out and stake all. They drew up their lines, placing the cavalry in front of the phalanx of infantry, since they were eager to decide the battle by means of this arm. 

Als sich die Kavallerie in der Schlacht begegnete und die thessalischen Reiter aufgrund ihrer Tapferkeit den Vorteil erlangten, führte Antipater seine eigene Phalanx aus und stürmte auf die Infanterie des Feindes los und begann, ein großes Gemetzel anzurichten. Da die Griechen der Gewalt und der Zahl des Feindes nicht standhalten konnten, zogen sie sich sofort auf das unebene Gelände zurück und hielten sorgfältig ihre Reihen. So besetzten sie das höhere Gelände und schlugen die Makedonier dank ihrer überlegenen Stellung leicht zurück.

17.4 When the cavalry had met in battle and the Thessalian horsemen were getting the advantage because of their valour, Antipater led out his own phalanx and, rushing upon the infantry of the enemy, began to make great slaughter. The Greeks, since they were not able to withstand the weight and number of the enemy, immediately withdrew to the rough ground, carefully keeping their ranks. Thus they occupied the higher ground and easily repulsed the Macedonians thanks to their possession of the superior position. 

Obwohl die griechische Kavallerie den Vorteil erlangt hatte, zogen sich die Reiter, sobald sie vom Rückzug der Infanterie erfuhren, sofort zur Infanterie zurück. Dann, nach einem solchen Kampf, wie ich ihn beschrieben habe, wurde die Schlacht abgebrochen, da die Waage des Sieges zugunsten der Makedonier schwankte. Mehr als fünfhundert Griechen wurden in der Schlacht getötet und einhundertdreißig Makedonier.

17.5 Although the Greek cavalry had gained the advantage, as soon as the horsemen learned of the withdrawal of the infantry, they at once retired toward them. Then, after such a combat as I have described, the battle was broken off, as the scales of victory swung in favour of the Macedonians. More than five hundred of the Greeks were killed in the battle, and one hundred and thirty of the Macedonians. 

...

Nachdem Antipater durch dieses Mittel das Bündnis der Griechen zerstört hatte, führte er alle seine Streitkräfte gegen die Athener. Das Volk war ohne die Hilfe seiner Verbündeten in großer Verwirrung. Alle wandten sich an Demades und riefen, er müsse als Gesandter zu Antipatros gesandt werden, um um Frieden zu bitten; aber obwohl er namentlich aufgefordert wurde, Ratschläge zu geben, reagierte er nicht.

18.1 Antipater, after he had destroyed the alliance of the Greeks by this device, led all his forces against the Athenians. The people, bereft of the aid of their allies, were in great perplexity. All turned to  p65 Demades and shouted that he must be sent as envoy to Antipater to sue for peace; but, although he was called on by name to give advice, he did not respond.